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Eine Reisebericht zum Oktoberfest

Montag, 7. Oktober 2013 - Eingestellt von Roadrunner um 10:38
"Wiesn", "Oktoberfest" oder "German beer festival"... alles Namen für das größte Volksfest der Welt. Jedes Jahr Ende September / Anfang Oktober findet in München auf der Theresienwiese das Oktoberfest statt. Nicht nur bei Bayern beliebt, sondern bei unzähligen Menschen aus der ganzen Welt.

Oktoberfest (Bildquelle: Flickr  digital cat )
Oktoberfest (Bildquelle: Flickr  digital cat 
Auch ich habe mich dieses Jahr das erste mal aufs Oktoberfest begeben. Eigentlich bin ich kein Bierzelt Fan, aber besonders meine Freunde aus Bayern liegen mir seit Jahren in den Ohren, dass man zumindest einmal auf der "Wiesn" gewesen sein muss. Also gut, ich habe mich breitschlagen lassen und bin natürlich mit einer Busreisegruppe nach München gefahren.

Vorher habe ich mich ein wenig schlau gemacht. Die Wiesn ist so gut wie immer sehr voll. Auch unter der Woche. Von Australiern, Amerikanern, Kanadiern bis hin zu unseren europäischen Nachbarn. Trotzdem sollte man beispielsweise das zweite Wochenende meiden, da hier traditionell das Italienerwochenende stattfindet. Tausende Italiener machen die Bayernmetropole dann zur italienischen Außenstelle und es wird so richtig voll!

Aus diesem Grund haben wir uns für das dritte und letzte Wiesnwochenende entschieden. Natürlich haben wir uns für eine Busreise entschieden, wer will schon nach einem stark alkoholischen Wochenende noch ewig Auto fahren! Pluspunkt der Busreise: ein reservierter Tisch im Schützenzelt. Denn auch an einen Tisch zu kommen ist, außer man möchte um 8 vor dem Zelt anstehen, unter Umständen nicht so einfach! Soweit so gut. Der übliche Ablauf. Anfahrt mit dem Reisebus Freitag Nacht, Unterbringung in einem Hotel in "zentrumsnähe", Reservierung im Zelt, 2. Tag zur freien Verfügung und Rückfahrt am Sonntag Abend (das Hotel war nicht ganz im Zentrum, aber gut an den ÖPNV von München angebunden. Etwa 20 Minuten zur U-Bahn Haltestelle Theresienwiese mit einem Umstieg am Hauptbahnhof). Eine typische Busreise eben!

In den letzten Jahren hat man viel über das Oktoberfest gehört. Gutes und Schlechtes. Das Oktoberfest sei eigentlich nur noch Schauplatz eines australischen Alkohol-Exzesses, steigende Bierpreise, aber auch allgemeinere Themen wie die Rückbesinnung auf Tradition im Sinne von einem Trachtenboom (aber auch deren Kommerzialisierung etc.). Dieses Jahr hat die Maß Bier 9,80€ gekostet. Stolzer Preis für den man eigentlich auch schon fast einen Kasten Bier im Getränkemarkt bekommen würde! Aber bekanntlich ist es ja die Atmosphäre, die unbezahlbar ist.

Tatsächlich war ich beeindruckt. Die Zelte, nicht zu vergleichen mit Plastik/Stahl Zelten von anderen Volksfesten, sind wunderschön geschmückt und man fühlt sich sehr wohl. Eigentlich haben die "Zelte" mit dem was man sich unter einem  Zelt vorstellt nichts mehr gemein. Eher mit Hallen. Der Geräuschpegel ist sehr laut, jedoch kommt man ja auch nicht für einen gepflegten Plausch auf das Oktoberfest. Knackpunkt ist aber wie gesagt die Stimmung.

Bei der Busreise mit reserviertem Tisch war klar, dass wir bezüglich der Stimmung auf unsere Mitreisenden angewiesen waren. Wir hatten Glück, denn alle an unserem Tisch waren relativ ähnlich gepolt und haben den Wiesnbesuch zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht.

Wie bereits erwähnt... ich bin kein Fan von Bierzelten und schon gleich nicht von Partymusik à la "Joana", "Das Rote Pferd" und Dergleichen. Nach der zweiten Maß allerdings läuft auch das locker von den Lippen und alle stehen johlend auf den Bänken und schunkeln. Eine ganz andere Welt in die man auf dem Oktoberfest eintauchen kann. Je später der Tag desto höher sollte auch der Alkoholpegel sein. Denn das Oktoberfest gleicht einem Exzess. Der Geruch von Schweiß, Bier und Brathähnchen vermischen sich allmählich und ich glaube nüchtern wäre diese Mischung nicht zu ertragen. Immer mehr Alkoholleichen sind unter den Tischen zu finden.

Fazit: Die Busreise zum Oktoberfest war unverhofft ein voller Erfolg. Die Stimmung auf dem Oktoberfest, was durchaus anders ist als andere Volksfeste, ist der Wahnsinn. Tatsächlich sollte das jeder einmal erlebt haben! Die Preise sind unverschämt, aber wenn man nicht aus München kommt, macht man das ja auch nicht jeden Tag. 100€ aufwärts sollte man für einen ganzen Tag auf der Wiesn auf jeden Fall einplanen. Besonders die Preise für alkoholfreie Getränke sind fast noch unverschämter als die Preise für das Bier. Ein halber Liter Limonade für knappe 6€ ist dann irgendwie doch nicht mehr gerechtfertigt!




Busreise nach Mailand und den Comer See

Dienstag, 17. September 2013 - Eingestellt von Roadrunner um 14:40

Italien Urlaub mit dem Bus

Heute möchte ich über meine Busreise nach Italien berichten. Die Reise war schon 2012 und startete damals ab München. Wir hatten damals lange überlegt wo wir gerne hin wollen und haben uns dann für eine Busreise nach Norditalien entschieden. Nachdem wir schon öfters am Gardasee waren und das Meer in Norditalien doch eher dem Teutonengrill ähnelt, entschieden wir uns für ein Angebot eines lokalen Busunternehmens nach Mailand und den Comer See. Die Busreise war mit 4 Tagen dementsprechend kurz (aber  mit etwa 300 Euro auch nicht zu teuer), trotzdem ein schöner Kurzurlaub nach Italien.

Wie bereits erwähnt ging die Busreise in München los. Von München nach Mailand sind es über die Schweiz mit dem Bus etwa 6-7 Stunden, je nach Verkehr. Soweit ich mich daran erinnern kann, dauerte die Busfahrt damals etwa 6,5 Stunden bis wir am Hotel in Mailand angekommen waren.

Ohne Reisebus in Mailand 

Das Hotel in Mailand war ein solides 3 Sterne Hotel am Stadtrand von Mailand. Der Titel dieses Absatzes ist bewusst gewählt, da wir in Mailand nicht mehr auf den Reisebus angewiesen waren. Mailand hat ein wunderbar verzweigtes U-Bahn und Straßenbahnnetz, sowie viele verschiedene Buslinien. So wie man es eben aus einer deutschen Großstadt kennt. Die Busreise nach Italien wurde sozusagen für den Aufenthalt in Mailand pausiert, da es wahrscheinlich mit dem Reisebus länger gedauert hätte als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Mit der U-Bahnstation vor dem Hotel waren wir so in etwa 5 Minuten in der Innenstadt, also am Mailänder Dom. Der Mailänder Dom ist wie beispielsweise der Dom von Florenz eine Augenweide und ein Meisterwerk mittelalterlicher Handwerkskunst. Auch im Inneren kann der Dom beeindrucken. Direkt neben dem Dom befindet sich die Galleria Vittorio Emanuele II. Benannt nach dem gleichnamigen König, handelt es sich hierbei um eine sehr prunktvolle Einkaufsgalerie aus dem 19. Jahrhundert. Heute reihen sich hier Luxusboutiquen aneinander. Die Mailänder Skala enttäuschte zumindest von Außen. Innen waren wir leider nicht. Ansonsten ein recht unspektakuläres Gebäude.

Mailänder Dom bei unserer Busreise nach Mailand und Como
Mailänder Dom bei unserer Busreise nach Mailand und Como
Ansonsten möchte ich hier nicht weiter auf die Sehenswürdigkeit eingehen. Vielmehr möchte ich noch eine Erfahrung teilen die mich besonders beeindruckt hat und welche ich mittlerweile auch in Deutschland zu schätzen wissen würde. Der sogenannte "Aperitivo". Hat angeblich seinen Ursprung in Mailand. Ich würde es so erklären: Ab etwa 18 Uhr treffen sich die Menschen hier in Bars und Kneipen und trinken einen Aperitif und Essen dazu kleine Häppchen. Wir haben eher die Erfahrung gemacht, dass es nicht nur kleine Häppchen sind, sondern eher eine Art Buffet essen. Dazu etwas lautere Musik. Das ganze kostet je nach Lokalität zwischen 6 und 15 Euro inklusive einem Getränk und freie Auswahl am Buffet (AYCE - all you can eat). Gerade nach der Arbeit kommen die Italiener hier her um sich mit Freunden und Arbeitskollegen zu treffen und zu essen und einen Drink zu sich zu nehmen. Tolle Tradition! Schade, dass dies in Deutschland noch nicht verbreitet ist. Besonders gut gefallen hat uns die Gegend um Ventiquattro Maggio. Hier gibt es sehr viele kleine Restaurants und Bars jeder Preiskategorie und für jeden Geschmack. Hier gilt wie in allen Touristenzentren: Je weiter vom Stadtkern entfernt, desto günstiger wird das Essen, aber desto besser wird gleichzeitig auch die Qualität. Also quasi eine Verbesserung in doppelter Hinsicht. Aperitivo wird man außerdem eher nicht in den Touristenstraßen finden.

In Mailand erkundeten wir die Stadt größtenteils auf eigene Faust. Zwar wären im Preis der Busreise eine Reiseleitung mit Programm enthalten gewesen, jedoch war uns in Mailand eher danach die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Zumal wir ein paar leicht unangenehme Mitreisende bei unserer Busreise inklusive hatten. Leider Fluch und Segen einer Busreise!

Nachdem wir also 2 Tage in Mailand verbracht hatten, ging es leider schon wieder in Richtung Heimat. Jedoch nicht ohne einen Stop am Comer See.

Auf George Clooney's Spuren wandeln

Unsere Busreise führte uns nach Mailand dann noch nach Como am Comer See. Der Comer See liegt unmittelbar an der Grenze zur Schweiz. Unweit von Mailand, etwa eine halbe Stunde Fahrt mit dem Reisebus, liegt der See wunderschön umrandet von grünen Bergen. Malerische Kulisse. Gut nachzuvollziehen also, dass George Clooney hier angeblich ein Haus besitzen soll. Leider haben wir sein Haus nicht gefunden und konnten uns nicht auf einen Kaffee dort einladen ;)

Busreise zum Comer See
Busreise zum Comer See
Von Como aus machten wir eine Fahrt mit dem Schnellboot zum anderen Ufer. Von hier aus konnte man sich aus Seeperspektive einen guten Überblick über die Berge und die Umgebung machen. Um dies noch zu vervollständigen sind wir anschließend noch auf den Berg östlich von Como gefahren. Eine alte Zahnradbahn bringt die Einheimischen und Touristen hier gleichermaßen auf den Gipfel. Von hier aus hat man einen grandiosen Ausblick auf beide Seiten des Comer Sees und seine tollen Anwesen und schlossähnlichen Häuser.

Nach gemeinsamem Abendsessen mit den Mitreisenden haben wir noch einen nächtlichen Spaziergang entlang des Ufers gemacht. Am nächsten Morgen ging es nach dem späten Frühstück zurück nach München mit dem Reisebus. Die grandiose Kulisse der schweizer Alpen immer im Blick.

Fazit einer Busreise in das alpine Norditalien

Unsere Busreise nach Mailand und Como hat uns auf jeden Fall nicht enttäuscht. Die Fahrt war günstig und trotzdem waren die Hotels und die Restaurants nicht minderwertig. Alles in allem ein super Preis-Leistungs-Verhältnis! Einzig zwei befreundete Pärchen, welche mit uns im Bus mitgereist sind, waren um es gelinde auszudrücken: nervtötend! Das kann leider bei jeder Busreise der Fall sein. Wir sind schon viel mit dem Bus gefahren und haben es bisher nur hier als so störend empfunden, dass wir ein paar Gruppen-Programmpunkte der Busreise ausgelassen haben. Alles halb so wild, aber Freunde fürs Leben haben wir zumindest auf dieser Reise nicht gefunden! Dafür haben wir die wunderschönen Städte Mailand und Como besichtigt. 

Standort: Berlin, Germany